Warum andere sich angegriffen fühlen, wenn man anders is(s)t?

Von außen betrachtet führe ich mein Leben nicht anders, als andere Leute, doch gibt es einige Dinge, die in meinem Köpfchen etwas von der Norm abweichen. Das ist ja scheinbar nichts Verwerfliches, dennoch treffe ich immer wieder auf Menschen, die sich davon angegriffen fühlen. Der Sache wollte ich, am Beispiel Essen, mal auf den Grund gehen.

Wie ich schon in meinem letzten Artikel erwähnt habe, sind meine Essgewohnheiten etwas anders. Ich selbst sehe das nicht als etwas besonderes, da ich viele Menschen in meiner Umgebung habe, die bewusst essen. Und darunter auch einige sind, die noch viel bewusster essen als ich. Ob nun bewusst oder nicht, mir ist etwas aufgefallen. Spreche ich mit anderen über meine Ernährung, gibt es einige, die sofort in einen Verteidigungsmodus fallen. Ich erkläre zum Beispiel weshalb ich kein Fleisch esse, und sie beginnen direkt (ohne das man nachfragt) sich zu rechtfertigen, nennen mir Gründe warum sie Fleisch essen und das es auch nicht gesund sei ohne Tierprodukte zu leben. Im Fernsehen sagen "sie" das schließlich auch immer wieder. 

Was ich damit sagen will: "Warum fangen sie an sich zu verteidigen, obwohl man sie nie verurteilt hat? 

Für mich gibt es nur eine Variante, wenn ich sie nicht beschuldigt habe und auch kein anderer, sie sich aber dennoch rechtfertigen, muss wohl von irgendwo eine "Anklage" herkommen. Meiner Meinung nach, kommt sie aus ihren eigenen Köpfen. Sie verurteilen sich selbst und sind sich nicht ganz sicher mit dem was sie sagen. Zugeben, können das wahrscheinlich die wenigsten. 

Ich glaube, dass das häufig zutrifft (nicht nur wenn es um essen geht). Fängt dein Gegenüber an sich zu verteidigen, ist oft seine eigene Unsicherheit im Spiel. 

Wird mir das während oder kurz nach so einem Gespräch bewusst, hilft es mir sehr meinen Gesprächspartner besser zu verstehen. Es fällt mir so viel leichter seine Situation nachvollziehen zu können und keine Wut zu bekommen. 

 

Versteh mich nicht falsch, ich habe auch sehr viele Begegnungen der angenehmen Art. Menschen, die interessiert nachfragen, es einfach akzeptieren und mit ihrer Ernährung und mit sich im reinen sind. 

Ich meine das könnte ein Indiz sein, warum einige  glauben sich verteidigen zu müssen und einen auch immer wieder darauf ansprechen. Sie können es nicht einfach hinnehmen wie andere.

 

 

(Bin gerne offen für andere Möglichkeiten....)

 

Liebe Grüße Sindy ;)

 

 


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Kommentare: 5
  • #1

    Jesper Lebt (Dienstag, 10 November 2015 16:24)

    Ich glaube du hast sehr recht mit dem, was du da schreibst.

    Denke gerade der Punkt mit der eigenen Unzufriedenheit, dem "nicht ausgeglichen sein" spielt da eine große Rolle.
    Fairer Weise muss ich gestehen, dass ich bis vor einiger Zeit auch noch so war.. Allerdings hat sich das geändert seit ich mit mir zufrieden bin :)

    Danke fürs teilen deiner Gedanken! :)

  • #2

    Sindy (Dienstag, 10 November 2015 16:46)

    Vielen Dank für Deine Ehrlichkeit!

  • #3

    Blumtopf (Mittwoch, 11 November 2015 21:15)

    Hey,
    ich finde es gut, dass du dir solche Fragen stellst! Meines achtens nach ist es aber aber eine Frage von sozialem Zwang. Um beim Thema Essen zu bleiben: Was und wie man isst, ist schon immer ein Ausdruck vom eigenen Lifestyle und man positioniert sich dabei bewusst oder unbewusst in einer sozialen Schicht. Vegetarier zu sein war Anfangs etwas sehr exklusives und avantgardistisches. Oft ging es mit Bio einher und das konnten sich nur wenige leisten. Diese Vorurteile bestehen noch immer.
    Wenn du jetzt also mit einem Bio-veggie-Brotaustrichbrötchen (ja ich mag das Wort ;) ) vor jemand stehst, der sich konventionell ernährt, überträgst du diese Vorurteile auf dich. Um wieder mit dir auf gleiche soziale Ebene zu kommen muss er jetzt seinen Lebensstil rechtfertigen oder deinen herabsetzen.
    Eigentlich recht einfach. Und du hast recht. Wenn man das verstanden hat, lebt man entspannter =)

  • #4

    Sindy (Mittwoch, 11 November 2015 21:34)

    Das stimmt , da gebe ich Dir recht. Du hast wirklich gute Gedankenanstöße. Danke

  • #5

    einer von euch ☺ (Dienstag, 17 November 2015 09:56)

    Hallo,
    ,,für die meisten Menschen ist es normal zu wissen, dass man in einen Sportwagen nur den besten Kraftstoff füllt. Doch für den eigenen Körper tuts auch Fastfood!"

    Ich kenne das Problem auch zu gut!
    Da ich aus sportlicher Sicht sehr leistungsorientiert bin, gehört auch das vorbereiten meiner Mahlzeiten tum Alltag.
    Sehr oft begegnet mir dieses Phänomen im Job aber auch selbst innerhalb der Familie. Ich denke die meisten Menschen haben das größte Problem damit zu erkennen, dass andere ihren Körper/Geist schätzen und sich um ihn kümmern und man selbst sich ,,egal" ist .
    Und wenn es einem nicht gut geht muss man ja schließlich zum Arzt gehen, anstatt sich mit sich selbst auseinander zu setzen!
    Doch das Problem in der Familie reicht noch etwas weiter. Für viele Eltern ist es schwierig sich einzugestehen, dass ihr eigenes Kind "welches so viel jünger ist" in Sachen Ernährung viel bewusster und gesünder lebt.
    Und dieses dann noch um Rat fragen ist für viele Eltern nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, da dies ja ein Zeichen für Unwissenheit wäre.
    Dieses Abwehrverhalten der Menschen im Bezug auf die Ernährung ist vielleicht auch nur ein Selbstschutz, um die Illusion aufrecht zu erhalten gut zu sich selbst zu sein. Was mich gleich zum nächsten Thema bringt "Gesund durch Bewegung"

    Aber das führt jetzt hier zu weit........

    schöner Artikel Sindy weiter so!!